Vertreter der Moscheen laden auf dem Johannes-Rau-Platz zum kollektiven Fastenbrechen ein.

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23.09.2008

Vertreter der Moscheen laden auf dem Johannes-Rau-Platz zum kollektiven Fastenbrechen ein.

Wuppertal. So prominent haben sich die Wuppertaler Moscheen bislang noch nicht der Öffentlichkeit präsentiert. Vertreter von zehn islamischen Gemeinden haben sich auf dem Johannes-Rau-Platz versammelt, inmitten der Barmer City, und geben Einblicke in ihre Religion und ihre Glaubenspraxis.

An Ständen verteilen die Muslime Info-Broschüren mit Titeln wie „Der Islam und die Moschee“, zugleich stellen sie sich dem Dialog mit Passanten. Zum Höhepunkt dieses muslimischen Schulterschlusses vor Publikum zelebrieren sie ein gemeinsames Fastenbrechen.

Das fand Dienstag am frühen Abend statt. Die Gläubigen reichten sich Datteln – ein Ritual, mit dem Fastentage im Ramadan feierlich beendet werden. Der voluminöse Gebetsruf eines Muezzins mischte sich in das gesellige Zeremoniell. Am Mittwochabend wird die Feierlichkeit wiederholt.
„Wir wollen den Menschen zeigen, dass wir keine Radikalen sind“

Für die Moscheen ist die zweitägige Info-Veranstaltung eine Art PR-Aktion aus religiöser Überzeugung. „Wir wollen den Kontakt mit Wuppertaler Bürgern herstellen, Vorurteile abbauen und den Menschen zeigen, dass wir keine Radikalen sind. Der zentrale Standort am Johannes-Rau-Platz ist dafür ein ideales Forum“, sagte Mitorganisator Selim Mercan von der Elberfelder Ditib-Gemeinde.

Darüber hinaus wurden Schulklassen eingeladen, um den Eleven Grundkenntnisse in Sachen Islam zu vermitteln – Religionsunterricht mit Tuchfühlung war das. Kulinarische Appetizer wie Tee oder Lokum, ein türkischer Dessert, machten Flaneuren den islamischen Kulturkreis schließlich schmackhaft – im wahrsten Sinne des Wortes.

Oberbürgermeister Peter Jung nahm am abendlichen Fastenbrechen ebenso teil wie viele Mitglieder des Stadtrats. Ayyub Axel Köhler, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime, hatte kurzfristig wegen einer Auslandsreise abgesagt und einen Vertreter geschikt. Die Stippvisiten kamen nicht von ungefähr: Das städtische Ressort für Zuwanderung und Integration hatte die Veranstaltung im Vorfeld unterstützt.

verfasst von Phillip Wurm Westdeutsche Zeitung